cab4me - Hallo Taxi! Hier ist mein G1!
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Taxi bestellen ohne zu wissen wo man gerade ist
Die Liste der Gewinner der Android Developer Challenge (ADC) ist lang, denn jeder Teilnehmer ist indirekt ein Gewinner. Die Liste derjenigen, die es in die Top 50 Applikationen geschafft hatten und somit bereits ein Preisgeld sich sichern konnte ist kürzer.
Und wir vom G1Blog hatten in den vergangen Tagen nicht nur die Ehre mit den Entwicklern einer der 10 besten Applikationen ein Interview führen zu können, sondern können auch mit Stolz sagen, dass es nicht das letzte bereits zugesicherte Interview auf g1blog.de sein wird.
Keine Kneipen-Idee aber “ein Bier” hat es bereits eingebracht
Heute ist die Rede von cab4me, ehemals callacab, einer Applikation, die es sich zur Aufgabe machen möchte, Benutzern egal wo sie sind und egal ob sie sich dort auskennen, immer ein Taxi zu organisieren.
Wie cab4me nun genau funktioniert, wie es aussieht und warum es doch keine Kneipenidee war wie wir erwartet hatten, erfahrt ihr im folgenden Interview. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals recht herzlich bei Konrad Hübner und Henning Böger für das Interview bedanken und hoffen, dass sie falls es die Zeit erlaubt, auch auf Fragen in den Kommentaren eingehen:

Ein Klick auf Order und das Taxi ist bestellt.
Q: Guten Tag Herr Hübner, guten Tag Herr Böger, wie fühlt man sich als Entwickler einer Applikation für das Open-Source Betriebssystem Android, nachdem man mit seinem Projekt zu einem der besten 10 ausgewählten Anwendungen der Android Developer Challenge gehört und somit über 1800 Mitbewerber hinter sich gelassen hat?
A: Wir haben uns natürlich unglaublich gefreut, als wir von Google über den Gewinn benachrichtigt wurden. Sowas passiert einem ja nicht alle Tage. Dass der Wettbewerb weltweit ausgetragen wurde, fanden wir besonders spannend. Da sieht man, was die einzelnen Regionen besonders interessiert hat.
Q: Wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine Taxi-Applikation für Android zu programmieren? Ist es so schwer in München ein Taxi zu bekommen? Ist cab4me eine Kneipen-Idee gewesen, wo man es bekanntlich schwer hat zu fortgeschrittener Stunde den aktuellen Ort zu kennen?
A: Eine Kneipenidee war es nicht, aber wir haben zusammengesessen und uns überlegt, was für eine Anwendung man auf einem Handy eigentlich brauchen könnte. Randbedingung war, dass sie die Möglichkeiten von Android möglichst gut nutzen sollte. Ein Taxi braucht man meist, wenn man unterwegs ist. Und die Nummer hat man nie dabei, das ist doch immer so. Außerdem sind z.B. Geschäftsleute oder Touristen in fremden Städten unterwegs und können vielleicht nicht so genau beschreiben, wo sie sind. Da hilft cab4me, indem es den eigenen Standort auf einem Stadtplan anzeigt. Natürlich helfen wir auch gern Menschen, die nach einer durchfeierten Nacht nach Hause möchten.
Q: Kommen wir nun einwenig mehr ins Detail zu Ihrer erfolgreichen Applikation cab4me. Wie würden sie selber in eigenen Worten cab4me den Nutzern erklären? Was kann es? Warum sollte man nicht darauf verzichten?
A: cab4me löst ein Alltagsproblem: Sie brauchen eine Taxe, es ist natürlich nie eine in der Nähe und wie Sie eine bekommen, wissen Sie auch gerade nicht. cab4me hilft Ihnen, nicht dauerhaft im Regen an der Straße stehen zu müssen, bis ein Taxi kommt. cab4me wird Sie zu ihrem Taxi bringen.

Wo sind Taxi-Haltestellen?
Q: cab4me bietet ja zwei Anwendungsmöglichkeiten an. Einmal für Taxi-Unternehmen und die Passagiere. Wie erfährt denn ein Taxi-Fahrer vom Passagier? Angenommen der Passagier hat nun auch nicht mehr die Orientierung und erinnert sich nicht an seinen Wohnsitz / sein Hotel?
Gibt es eine vorher einrichtbare “Home-Zone”? Wie können Nutzer von cab4me sich selber einbringen und die Applikation interessanter machen?
Gibt es eine Art Bewertungssystem für die Passagiere um ihre Zufriedenheit mit dem betreffenden Unternehmen Ausdruck zu verleihen oder Preise zu vergleichen?
A: Die eigentliche Anwendung von cab4me ist für den Passagier gedacht. Wir wollen ihm helfen, ein Taxi zu bekommen. Wenn wir in einer Stadt ein Taxiunternehmen als Partner gewinnen konnten, dann ist nichtmal mehr ein Anruf nötig - das Taxiunternehmen erfährt, wo ein Fahrgast wartet und kann ein Taxi hinschicken. Wir zielen dabei auf die Taxiunternehmen als Vermittler, da sie ihre Flotte kennen. Außerdem möchte man ja auch nicht von irgendwem eingesammelt werden. So haben wir besser im Griff, dass nur richtige Taxen einen Auftrag bekommen.
Ist unser automatischer Dienst in einer Stadt nicht verfügbar, was anfangs sicher häufig der Fall sein wird, dann liefern wir eine Liste mit Telefonnummern von Taxiunternehmen. Und da der Benutzer auf Google Maps vorher seinen Standort sehen konnte, ist auch die Ortsbeschreibung nicht so schwer, wenn er dann das Unternehmen anruft. Sollten wir in unserer Datenbank kein Unternehmen finden, so googlen wir automatisch. Irgend ein Ergebnis gibt es also immer - es sei denn, man hockt irgendwo im totalen Niemandsland. Aber Dank Karte kann man dann ja loslaufen
Was den Zielort angeht: Wir hoffen, dass die Passagiere schon noch wissen, wo sie hinwollen. Ansonsten hat das G1 einen Schnelleinstieg zur Google Suche - damit kann der Fahrgast suchen, wo er hin möchte.
Den Kunden mit in cab4me einzubeziehen ist auch unser Ziel. Eine Bewertung bringt jedoch nicht allzu viel, da die Taxen meist selbständig betrieben werden und sich nur in großen Zentralen zusammenfinden. Die Aussagekraft wäre hier sehr begrenzt. Ein Preisvergleich ist aufgrund der Regulierung der Tarife ebenfalls nicht nötig, das Taxameter wird schon richtig arbeiten.
Wir haben daher noch eine andere Funktion in cab4me integriert: Auf der Karte blenden wir Orte ein, wo normalerweise Taxen zu finden sind. In Deutschland sind Taxistände ja sehr verbreitet. Und wenn nun ein Taxistand bloß zwei Straßen weiter ist, dann laufe ich vielleicht hin, bevor ich ewig warte. Die Anwender können uns solche Orte wie Bahnhöfe, Hotels, Taxistände etc mit einem simplen Klick schicken - so können alle dazu beitragen, dass ein Taxi auch ohne Anruf gut zu finden ist.

Durch GPS findet das Taxi den Kunden.
Q: cab4me basiert ja auf Google Maps und der GPS-gestützten Übertragung des aktuellen Ortes des Smartphones. In welchem Umkreis werden mir denn die möglichen Taxi-Unternehmen angezeigt? Kann ich den Umkreis selber definieren oder geben die Unternehmen an, wie weit sie bereit sind den betroffenen Passagier abzuholen?
A: Wenn wir ein Taxiunternehmen aufnehmen, dann wird ein Einsatzbereich festgelegt. Pauschal zum Beispiel 10 Kilometer zu sagen würde für Taxizentralen in den Großstädten nicht gelten, in kleinen Städten aber vielleicht schon zu viel sein. So können wir sehr flexibel festlegen, bis zu welcher Grenze ein Taxiunternehmen arbeitet. Wir zeigen dann nur die Unternehmen an, die den gewünschten Abholort auch wirklich bedienen.
Q: Ab wann ist ein Taxi-Unternehmen überhaupt cab4me-tauglich?
A: Der einfachste Weg ist ein Rechner mit Internetzugang. Zu cab4me gibt es auch eine Webanwendung, in der die Taxiunternehmen die wartenden Fahrgäste sehen können und die Aufträge annehmen. Die Einstiegshürde ist also sehr gering. Wir bringen den Taxiunternehmen auf diese Weise schnell und einfach neue Kunden. Viele Taxiunternehmen haben schon recht ausgefeilte Vermittlungssysteme, um automatisch die nächste Taxe zu finden. Lohnt es sich, ist natürlich auch eine Vollintegration möglich. Dafür müssen wir unsere Aufträge direkt in das System des Taxiunternehmens einspeisen können und eine Bestätigung über die Auftragsannahme erhalten. Viele Systeme bieten entsprechende Schnittstellen an, die wir dann ansprechen können.
Q: Wird es cab4me auch für andere Smartphone-Betriebssysteme geben? Zum Beispiel für das iPhone oder Windows Mobile Devices?
A: Android bietet besonders viele wichtige Funktionen, die cab4me ermöglichen. Natürlich wollen wir cab4me auch auf andere Plattformen bringen, es wird dann aber vermutlich Unterschiede in den Versionen geben, je nachdem, was eine Plattform hergibt. Die verfügbaren Schnittstellen des iPhone sind ganz anders als die von Android. Wir denken über das iPhone, Windows Mobile, Blackberry und Symbian nach.
Q: Und wie sieht es bezüglich eines eventuellen Preises aus? Bei vielen Applikationen wird ja bisher gemunkelt, dass sie genauso kostenpflichtig werden, wie ihre bisherigen Kollegen im AppStore, wenn auch einige bereits angekündigt haben, dass ihre Applikationen kostenlos sein werden.
A: Das wissen wir noch nicht genau. Natürlich wollen wir, dass cab4me sich möglichst weit verbreitet. Da wir selber etwas überrumpelt wurden von der Ankündigung, dass das G1 in den USA Ende Oktober bereits auf den Markt kommt, ist hier noch nichts abschließend entschieden. Soviel sei aber gesagt: Wir bauen sicher nicht die nächste I-am-rich Anwendung

Der Anruf wird auch ermöglicht.
Q: Wir müssen mal einwenig neugierig sein: “Was stellt man nun mit den gewonnenen 275.000 $ Dollar an? Wird es in neue Projekte gesteckt oder dient das Geld zur Weiterentwicklung von cab4me?
A: Erstmal sind wir ein Bier trinken gegangen, das war’s dann aber auch. Die Entwicklung von cab4me hat viel Zeit gekostet und wird uns weiter viel Zeit kosten. Diese investieren wir gerne, das Preisgeld hilft uns, das auch tun zu können. Und dann kaufen wir uns sicherlich ein G1 davon, wenn es hier auf den Markt kommt.
Q: 275.000 $ Dollar sind sicherlich ein schönes Preisgeld, sehen sie jedoch die anderen Gewinner der Android Developer Challenge (CompareEverywhere, Ecorio, etc.) auch als Sieger an? Welches ist -natürlich neben cab4me- denn ihr Geheimfavorit? Welche Applikationen werden sie selber nutzen?
A: Google hat sich die Auswahl der Gewinner nicht leicht gemacht, die Jury der zweiten Runde war ja vollkommen anders aufgestellt als die der ersten Runde. Es gibt sicher Anwendungen, die man persönlich mehr oder weniger mag, aber Nützliches ist auf jeden Fall dabei. CompareEverywhere klingt sehr nützlich, und wir würden uns freuen wenn es auch in Deutschland funktioniert.
Q: Abschließend haben sie ja auf cab4me.com bereits einige Informationen veröffentlicht und aufgerufen sich in ihre Mailing-Liste einzutragen.
Nun würden wir natürlich gerne erfahren, wie die bisherige Resonanz ist?
Mehr Unternehmen oder mehr Anwender?
A: Erst einmal muss man ja sagen, dass der Wettbewerb ja bisher eher unter den Techies bekannt ist und cab4me daher von unseren zukünftigen Anwendern vielleicht noch gar nicht entdeckt wurde. Dennoch bekommen wir eine sehr gute Resonanz - sowohl von Anwendern als auch von Unternehmen. Selbst aus Argentinien hat uns schon ein Taxiunternehmen geschrieben. Wir wünschen uns natürlich besonders, dass sich deutsche Taxiunternehmen für unser System interessieren und sich mit uns auf die spannendste Entwicklung im Mobilfunk-Bereich seit langer Zeit einlassen. Das Internet gehört bald zum Handy-Standard und damit verändert sich unsere Kommunikation gewaltig. Wir möchten gern Kunden und Taxis zusammenbringen. Die Kunden werden das Angebot sicher nutzen, die Taxiunternehmen möchten wir jetzt schnellstmöglich mit ins Boot holen.
Q: Vielen Dank Konrad Hübner und Henning Böger für dieses Interview mit dem G1blog-Team nun aber wirklich eine abschließende Frage: G1 oder iPhone?
A: Beide. Klingt verrückt, ist aber so. Jedes hat seine Vorzüge. Das G1 macht uns als Entwicklern aber mehr Spaß.
Weiterführende Informationen:
- Video-Interview: - gruenderszene.de [1] & [2]
- Interview: - blog.telefon.de
- Direktlink: -http://cab4me.com




[...] der Möglichkeit einige Entwickler von Android-Applikationen kennenzulernen (Konrad Hübner/cab4me ; Philipp Breuss/wikitude), werden wohl hoffentlich auch einige offizielle Daten, wie zum Beispiel [...]